Dienstag, 8. Juli 2014

" 4 Jahre und 22 Tage " Teil 4


Die Tentakel lockerten schließlich ihren Griff und entließen mich aus ihren mächtigen Fängen, der dichte Nebel wich einer angenehmen Helle und gab den Blick frei auf einen weitläufigen Raum, der von puristisch hellen Holz - Stahlmöbeln beherrscht wurde, fremdartige bis an die 4 m hohe Decke strebende Pflanzen, lockerten die Strenge angenehm auf. Noch etwas benommen machte ich ein paar Schritte, auf die vom Boden bis zur Decke reichende Fensterfront zu, um einen atemberaubenden Blick auf die Skyline einer mir unbekannten Metropole zu werfen, da berührte mich ein leichter Lufthauch und direkt vor mir flimmerten fluoreszierende Farbauren, die sich zu einer unverkennbar weiblichen Person manifestierten, bei ihrem Anblick stürzten Erinnerungen wie eine plötzlich los getretene Gerölllawine auf mich ein und überrollten mich förmlich.
Wir waren eine kleine Gruppe von 3 befreundeten Paaren im indischen Dschungel, ich gab meiner Partnerin Sofia einen innigen, in der feuchten, dampfigen Hitze nach Salz und Schweiß schmeckenden, besitzergreifenden  Kuß, der mehr ein Signal an meinen Erzrivalen, den mir schräg gegenübersitzenden Norbert Werner Kajende, von uns nur Kaje genannt, als eine Liebesbezeugung an Sofia war. Sie spürte das und das sollte sie auch. Dann stand ich auf und mit von verletztem Stolz eiskalter Stimme sagte ich; bis zum Wasserfall werde ich mich jetzt erst einmal allein durchschlagen, wag Du, ihr alle, wagt es nicht meinem Weg zu folgen und ich schlug mir mit der Machete einen Pfad in das unnachgiebige Dickicht des indischen Dschungels, welches sich auch sofort wieder hinter mir schloß.
An Sofias Blick erkannte ich das Sie bemerkte, wie stark ich mit den sich einander widerstreitenden Gefühlsregungen zu kämpfen hatte. Ihre nun beschwichtigend, sanfte Stimme setzte mich dennoch in erstaunen, indem sie sagte; wie ist es Dir gelungen die Barrieren zu durchbrechen, wir hatten Dich nicht unter Kontrolle , Du bist zu einem Parallel - Twister geworden, genau zu dem, was uns in den bisherigen Versuchsreihen noch nicht gelungen ist.
Sofia, nun bin ich hier bei Dir,sagte ich und umarmte sie, willig schmiegte sich Ihre biegsame, in einen leger fallenden, lindgrünen Hosenanzug gewandete Gestalt in meine muskulösen Arme. Bevor ihr meine Nacktheit gewahr bleiben konnte, bannte ich sie, löschte ihre kurze Wahrnehmung meiner Nacktheit, um mir ausgewaschene Jeans und ein schwarzes Lacoste T-Shirt, darüber ein naturfarbenes Leinen - Jacket zu materialisieren, denn so kannte sie ihren Kaje und ein hämisches Grinsen wollte sich seinen Weg in mein, beziehungsweise sein Gesicht bahnen, was ich natürlich zu verhindern wußte, denn ich vermeinte mich endlich wieder unter Kontrolle zu haben und glaubte, nur meine Liebesbeziehung zu Sofia würde mich meinem Ziel näher bringen können, dem einen Ziel, in die nächste Dimension vorzustoßen, das wollte ich jetzt und alles weitere würde von der beim PARAAIOTEAM sich in der fortgeschrittenen Entwicklung befindlichen Formel abhängen. Dann ganz plötzlich von einem Moment zum anderen, der sich meiner, wie ich mir eben noch einbildete, wiedererlangten Kompetenz über mein Selbst entzog, drohte ich abzudriften und nur Sofias sofortiger Reaktion und der tatkräftige Druck ihrer rechten Hand, auf den wie sie wußte, in meinen am aüßeren linken Oberschenkel implantierten Chip, ließ sie meinen Parallel - Twist im letzten Moment verhindern.