Samstag, 21. Juni 2014

Kurzgeschichte mit dem Titel, " 4 Jahre und 22 Tage "

Zuerst die Kurzgeschichte. Es ist ein Genremix.

4 Jahre und 22 Tage                                                                                               Gabriele Manhold

Bei dieser Affenhitze und gefühlten Luftfeuchtigkeit von 100%, klebte meine westliche Kleidung  an mir und der Schweiß lief mir wie Wasser über das Gesicht. Ich fühlte, ich stand kurz vor einem Kreislaufkollaps. Nur noch ein Hieb mit meiner Machete, in dieses undurchdringlich wirkende Grün des indischen Dschungels und ich würde mich einfach hinsetzen, mir war inzwischen egal was meine Freunde sagen würden. Mit letzter Kraft zerteilte ich Farne und andere am Boden des Urwalds wachsende Pflanzen, über einem Totenschädel !!!
Ensetzen lähmte mich und ich spürte wie mir die Machete entglitt und alles wie in Dunst getaucht und wie in Zeitlupe abzulaufen schien. Haßerfüllte, glühende Blicke aus schwarzen Augenhöhlen durchdrangen den wabernden Nebel und zogen mich in ein Labyrint, ich fiel und fiel bis schlangenartige Arme mich wie Tentakel umfingen. Gefesselt, fand ich mich in einem höhlenartigen Raum wieder, vor tanzenden Lichtern des ungeheuer entfernt scheinenden Sonnenlichts, bewegten sich Gestalten wie Schatten, um dann zu verharren. Eine Stimme sprach zu mir:" Endlich, wir warten schon seit 4 Jahren und 22 Tagen auf dich." Jedoch die Stimme schien direkt aus meinem Kopf zu kommen und die schattenhaften Gestalten waren wieder verschwunden. Angst kroch langsam meine Wirbelsäule hoch und lähmte mein Bewußtsein, doch die Stimme durchdrang alle Barrieren und sprach: " Du bist an den Tatort zurückgekehrt und nun wird sich dein Schicksal erfüllen.

4 Jahre und 22 Tage früher

Voller Inbrunst und mit einem Schrei, der aus meinem tiefsten Inneren kam, stach ich zu. Ich war ihm so nahe, er sollte meinen Triumph in seinem letzten Augenblick mit in sein grünes Grab nehmen. Bevor sein Blick brach, meinte ich für den Bruchteil einer Sekunde Erkennen in ihm zu entdecken, dann sackte das schwere Gewicht seines nun schon leblosen Körpers gegen mich und brachte mich ins wanken. Jedoch stemmte ich mich mit aller Kraft dagegen und zog mein Jagdmesser aus seinem Herzen. Schnell trat ich zurück und mit einem plumpen, jedoch relativ sanften Aufprall, lag er nun bäuchlings vor mir, im grünen Dickicht des indischen Dschungels. Schwer atmend ließ ich mich neben ihm nieder, um zu sehen, wie er sich, in mich verwandelte. Seine Kleidung und Gliedmaßen lösten sich permanent auf, gleichzeitig spürte ich so etwas wie ein stetiges ziehen, als würde mir ein Ganzkörpergummianzug übergestreift und dann war es plötzlich vorbei.
Von meinem Selbst blieb mir mein Bewußtsein, Körper, Kleidung und Identität hatte ich nun von meinem Opfer, so wie ursprünglich von mir geplant. 
Da blendete mich etwas wie ein Spiegel auf den Sonnenlicht trifft und eine freundliche, eindeutig weibliche Stimme erbot sich, mich bei diesem schönen Wetter auf die Terasse zu schieben. Sie haben ihre schwere Operation soweit gut überstanden, der Sonnenschein und die frische Luft wird Ihnen jetzt guttun, sagte sie. Ich konnte nur ganz leicht mit dem Kopf nicken....